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Fotografie ist

wohl die geeignetste Methode, um den Augenblick einzufrieren. Der/die Fotograf(in) muss „nur“ zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. …..
Außerdem muss der /die Fotograf(in) die Fähigkeit besitzen, Dinge, die normalerweise nicht gesehen werden, aber sehenswert sind, sichtbar zu machen.

Dazu benötigt man kein für eine 5-stellige €-Summe erstandenes Equipment, sondern eine zuverlässige Kamera mit einer guten Optik und vor allem ein „gutes Auge“. Dieses ist für kein Geld der Welt zu haben.
Mit dem „besonderen Blick“ können durch die Wahl des Ausschnitts oder durch bewusstes Weglassen Botschaften übermittelt werden. So, wie es guten Literaten gelingt, zwischen den Zeilen etwas mitzuteilen, so impliziert ein gutes Foto Bestandteile aus dem Erfahrungsschatz des Betrachters und nicht vom Fotografen nahe Gelegtes.

Gerade deshalb ist es wichtig, dass der/die Fotograf(in) sich Gedanken macht, wie Gedanken, Gefühle und Assoziationen geweckt werden können. Der Druck auf den Auslöser ist in den meisten Fällen nur der finale Akt einer unsichtbaren Reise durch Gehirnwindungen. Das Bild, das im Bruchteil einer Sekunde entsteht, ist die Frucht aller Fähigkeiten und Erfahrungen der/des Fotograf(e)in.
Leider wird diese sanfte Fotografie fast völlig verdrängt von blutdurchtränkter Kriegsberichtserstattung, sexistischer Aktfotografie (warum wehrt sich die zum Opfer degradierte Hälfte der Menschheit nur nicht dagegen?) und bis zur Unkenntlichkeit „bearbeiteter“ Digitalwerke.
Die Menschen sind überreizt von der kurzatmigen Welt, die allein darauf aus zu sein scheint, uns zu unersättlichen Konsumenten zu machen und nicht zu selbstständig denkenden und fühlenden Wesen.
Mein Wunsch ist es, den leisen Tönen wieder mehr "Gehör" zu verschaffen. Wenn der/die Betrachter(in) schmunzelt, habe ich gewonnen.

 

Inge Mertens, Dezember 2013

 

 

Obwohl das Fotografieren als Kunst immer fragwürdig war, empfinde ich mich als Künstlerin. Die Technik an sich, insbesondere die analoge Technik ist sehr nüchtern und wirkt wenig kreativ. Aber auf solche Äußerlichkeiten sollte man nicht hereinfallen. Im Umkehrschluß ist auch manch ein malender Zeitgenosse kein Künstler, obwohl die Technik mit viel Brimborium zelebriert wird. Das Augenmerk sollte auf dem Ergebnis liegen. Kunst bedeutet für mich vor allem Kreativität und Authentizität. D.h. aus mir heraus kommt eine Idee, der ich eine Gestalt gebe. Welcher Medien ich mich dabei bediene, ist nebensächlich.

Am Ergebnis ist mir wichtig, dass es interpretierbar ist.

I.M., Mai 2014